Wim Boxhoorn
(Hoek van Holland, 1923)
Mitglied der 1. Kompanie DNB
Widerstandsgruppe Kriegerdijk plant Sabotage an der deutschen Eisenbahnstrecke
Wim Mijndert (Wim) Boxhoorn wurde am 21. März 1923 in Hoek van Holland als ältester Sohn von Pleun Boxhoorn und Neeltje Boxhoorn-Schilt geboren. Er wuchs mit zwei Schwestern und drei jüngeren Brüdern – Bram, Johan und Anton – auf. Vater Pleun war von Beruf Eisenbahnbeamter, weshalb die sechs Kinder an verschiedenen Orten geboren wurden.
Während des Krieges ignorierte Wim Boxhoorn den Aufruf zum deutschen Arbeitseinsatz und tauchte in Aalten unter. Zuerst fand er Unterschlupf auf dem Bauernhof Slaaheide bei der Familie Johan ter Haar in de Heurne und anschließend auf der Slaahoeve bei der Witwe Leida te Hennepe-Lubbers. In diesem Haus lebten zudem die Tochter Dina, der Sohn Gerrit sowie drei ledige Brüder des verstorbenen Landwirts Willem te Hennepe! Wim schlief dort schlecht, da sich in seinem Versteck oft Mäuse und Ratten aufhielten.
Immer häufiger schlief er nachts beim direkten Nachbarn Obbink auf Nieuw Slaa hinter dem Holzschuppen. Schließlich tauchte er dauerhaft bei Obbink an der Slaadijk unter, wofür er die Witwe Te Hennepe ordnungsgemäß um Erlaubnis bat. Bei Obbink musste Wim, wie die anderen Untertaucher auch, auf dem Bauernhof mithelfen. Jeden Tag fegte er den Kuhstall sauber und reinigte anschließend ausnahmslos seine Fingernägel. Es war ein tägliches Ritual; er legte Wert auf saubere Hände.
Warum und wie er nach Aalten gelangte, ist unbekannt. Jedenfalls stand er in Verbindung mit der Widerstandsgruppe, die auf dem Hof von Willem Krieger in de Haart kampierte. Anfang 1945 hielt er sich etwas weiter entfernt bei Heersink auf Molenweide an der Kriegerdijk auf. In einem Erdversteck im „Kriegersbusken“ verbarg sich eine Kampfgruppe, die in der Nähe mit Waffen übte und sich auf die Befreiung vorbereitete. Wim Boxhoorn, alias Piet, gehörte zu dieser Widerstandsgruppe, ebenso wie sein Bruder Bram (1944 siebzehn Jahre alt, alias Brammetje, Untertaucher bei Krieger). Die Gruppe plante, die Bahnstrecke unbrauchbar zu machen. Da die beiden Brüder Boxhoorn über großes Wissen im Eisenbahnwesen verfügten, schmiedeten sie einen großen Schlüssel, um die Muttern zu lösen. Der Plan wurde jedoch nicht ausgeführt, da die Widerstandsleitung in Aalten ihn aufgrund der Gefahr deutscher Repressalien gegen die Bevölkerung ablehnte.
Sofort nach der Befreiung von Aalten meldete sich Wim Boxhoorn zusammen mit seinen Widerstandskameraden aus „de Haart“ als Mitglied des DNB. Später kehrte er nach Aalten zurück, wo er bei der Firma Van Katwijk arbeitete und als Kostgänger im Haus von Johan Veldboom in „de Heurne“ lebte. Er heiratete am 16. Juli 1955 in Grünberg (Deutschland) die Deutsche Marie Jacob. Die Ehe blieb kinderlos.
Wim verstarb am 28. Oktober 1986 und wurde in Culemborg beigesetzt.







