Unser Auftrag

Das Nationaal Onderduikmuseum erzählt die große Geschichte des Untertauchens und des Widerstands anhand kleiner, persönlicher Schicksale. Wir verbinden diese Geschichte mit der Demokratie und dem Rechtsstaat von heute.

Das Museum möchte einfache Antworten auf eine komplexe Historie vermeiden; die Geschichte des Krieges ist notwendig, um zu verstehen, warum gewöhnliche Menschen in den Niederlanden und in Deutschland bestimmte Entscheidungen trafen.

Das Gebäude Markt 12

Das Herzstück des Museums ist das Gebäude Markt 12 in Aalten, direkt an der Grenze zu Deutschland. Gerade diese Adresse zeigt die Komplexität des Lebens während der Besatzung: Das Haus wurde von der Familie Kempink und ihren zwei kleinen Kindern bewohnt. Während auf dem Dachboden Untertaucher versteckt waren, war das große Vorderzimmer als Büro für den deutschen Ortskommandanten beschlagnahmt worden. Gleichzeitig diente der Gewölbekeller während der Bombardierungen als Zufluchtsort für die gesamte Nachbarschaft.

Es ist ein authentischer Erinnerungsort, an dem die Geschichte noch buchstäblich von den Wänden abzulesen ist und die ursprünglichen Verstecke noch immer greifbar nah sind.

Untertauchen an der Grenze

Aalten spielte als Grenzort eine besondere Rolle. Seit Generationen lebten und arbeiteten Familien auf beiden Seiten der Grenze; sie waren sozial und wirtschaftlich eng miteinander verflochten. Mit der Ankunft der Besatzer verwandelte sich die Grenze jedoch von einer Verbindungslinie in eine scharfe Bruchlinie. Tiefe persönliche Dilemmata entstanden: Der Krieg zwang Menschen plötzlich in die Rollen von „Besatzer“ oder „Feind“.

Trotz dieser Spannungen bewies die Gemeinschaft eine enorme Widerstandsfähigkeit und Solidarität. Aalten verzeichnete während des Krieges prozentual die höchste Anzahl an Untertauchern in den Niederlanden und bot zudem rund 500 Evakuierten aus Scheveningen Unterschlupf. Besucher von Jung bis Alt können im Museum selbst auf Spurensuche nach diesen verborgenen Geschichten gehen.

Euregionale Verbindung

Wir blicken über die Grenze. Das Nationaal Onderduikmuseum arbeitet eng mit kulturellen und pädagogischen Organisationen in Nordrhein-Westfalen zusammen, wie zum Beispiel der Gedenkstätte Augustaschacht bei Osnabrück. Als Teil der Liberation Route Europe erzählen wir die Geschichte von Jenny Kempink und ihrer Familie auch außerhalb der Museumsmauern über den „Luisterkei“ auf dem Museumsplatz.

Das Nationaal Onderduikmuseum wird mit euregionalen, staatlichen und provinziellen Mitteln finanziert. Zusätzlich wurden Projektzuschüsse aus dem europäischen Förderprogramm INTERREG für innovative und nachhaltige Projekte, die Europa stärken, gewährt, um Bildungsprogramme und ein Dokumentationszentrum zu entwickeln.