Ein Engelandvaarder mit Wurzeln in Aalten –
Gerrit Jan Kuenen
Gerrit Jan Kuenen
13. Januar 1918 – 1. Juni 1944 (im Alter von 26 Jahren)
Friedhof Duinrust Beverwijk, Abschnitt Nr. 640
Gerrit Jan Kuenen war Engelandvaarder.
Jan Kuenen war der älteste Sohn von Gerrit Jan Engelbertus Hendrikus Kuenen und Gerritje Johanna Theodora Roelofswaard. Jan war noch jung, als die Familie nach Beverwijk zog. Jan hatte eine MTS-Ausbildung absolviert und arbeitete als technischer Zeichner in einer Maschinenfabrik in Beverwijk, als er am 2. Februar 1938 zum Militärdienst eingezogen wurde. Er wurde Korporal-Gewehrmacher. Aufgrund einer Verletzung seines Meniskus, die er sich während des Militärdienstes zugezogen hatte, wurde er abgelehnt. Anschließend fand er Arbeit als Maschinenbauingenieur bei Hoogovens in IJmuiden.
Während der deutschen Invasion 1940 war er zu Hause und biss sich auf die Zähne. Bald entwickelten er und sein Kollege Kees van der Poel, ebenfalls aus Beverwijk, allerlei Wege, um die Deutschen zu vereiteln. Sie schmiedeten den kühnen Plan, zusammen mit einem gewissen Piet Servaas, der Pilot war, einen Messerschmitt auf einem Luftwaffenstützpunkt nahe Bergen zu kapern und ihn nach England zu fliegen. Am Ende erwies sich der Plan als nicht umsetzbar.
Im Frühjahr 1941 wurde ein weiterer Plan geschmiedet, die Nordsee mit einem Seeboot zu überqueren. Nachdem der Versuch wegen starken Gegenwinds um einen Tag verschoben worden war, verließ am 20. April 1941 eine Schaluppe Wijk aan Zee in Richtung England, mit der neben Jan zehn weitere Personen mitfuhren. Einmal auf See, stellte sich heraus, dass es unmöglich war, weiterzumachen. Wegen des schlechten Wetters fiel Jan über Bord, konnte aber glücklicherweise wieder an Bord gehoben werden. Wieder mussten sie umkehren. Infolgedessen ist Jan ein Verdächtiger. Am 16. Mai wird er verhaftet, verhört und freigelassen. Das passiert jedoch am nächsten Tag wieder. Er hat nun das Gefühl, dass der Boden unter seinen Füßen zu heiß wird, und beschließt, über Land nach England zu reisen, und nach einer langen Reise über Belgien und Frankreich trifft er in Spanien, in Perpignan (Frankreich), erneut auf seinen Freund Kees van der Poel, woraufhin sie gemeinsam die Pyrenäen überqueren. In Saragossa werden sie verhaftet und verbringen einen Monat im Gefängnis sowie zwei Monate in einem Konzentrationslager in Miranda de Ebro. Nach einem Monat werden sie vom Amerikanischen Roten Kreuz nach Madrid gebracht. Anschließend geht die Reise ins Ausland nach Curaçao. Von dort aus landete Jan über New York in Kanada und kam schließlich am 17. Dezember 1942 in England an
Jan wird schließlich rekrutiert und als Geheimagent ausgebildet, ausgebildet beim britischen Geheimdienst SOE, wo er Leutnant wird. Er erhält eine umfassende Ausbildung als Sabotageausbilder. Doch seine Blasonierung ist nicht ganz unversehrt. Er wurde mehrfach betrunken in verschiedenen Bars gefunden und sogar einmal von der Militärpolizei festgenommen. Er gerät auch mit vielen Frauen in Kontakt, was zu einer Geschlechtskrankheit führt. Lange Zeit galt er nicht als völlig zuverlässig. Teilweise dank seiner Hartnäckigkeit und seiner anti-nazistischen Gefühle gelingt es ihm dennoch, sein Vertrauen zu gewinnen. Nach gründlicher Vorbereitung wurde er schließlich in der Nacht vom 31. Mai auf den 1. Juni 1944 zusammen mit einem weiteren Geheimagenten, Cees Dekkers, in der Nähe von Eindhoven abgesetzt. Gemeinsam mit vier weiteren Besatzungsmitgliedern besteigen sie das Flugzeug, eine Hudson (V9155) der 161 Special Duties Squadron. Doch die Dinge verlaufen ganz anders. Das Flugzeug, in dem sie sich befinden, fliegt zu nah an die Flugabwehrkanonen in der Nähe des Stützpunkts Gilze en Rijen. Heftige Artillerie der Flak trifft das Flugzeug und stürzt ab. Niemand überlebt den Absturz und sie werden an Ort und Stelle begraben.
Nach dem Krieg wurde Jan Kuenen am 22. September 1945 mit militärischen Ehren auf dem Friedhof Duinrust umgebettet. 1959 wurde eine Straße in Beverwijk zu seinem Gedenken nach ihm benannt.
Quellen:
Website ogs.nl, (War Graves Foundation)
© Bernard O’Connor: Sabotage in Holland.
Foto Jan Kuenen: © Aaldert van de Waal
Foto Grabstein © Kriegsgräber-Stiftung
Archiv © Nationales Versteckmuseum Aalten








