Winterswijk

Tante Riek

Heleen Kuipers-Rietberg, besser bekannt als Tante Riek, und ihr Ehemann Piet Kuipers leisteten unmittelbar nach der deutschen Besatzung Widerstand. Ein Gespräch zwischen Helena Theodora Kuipers-Rietberg (alias Tante Riek) und Pfarrer Fredrik Slomp (alias Frits de Zwerver) nach dessen Predigt in Winterswijk im Oktober 1942 gilt als der Moment, in dem die Nationale Organisation zur Hilfe von Menschen im Versteck (LO) gegründet wurde.

Einen Monat später, im November 1942, wurde die LO offiziell in Aalten im Haus des Widerstandskämpfers ‚Onkel Jan‘ Wikkerink gegründet. Tante Riek und ihre Mitkämpfer halfen Juden, denen die sich weigerten zu arbeiten, alliierten Piloten und anderen, die sich verstecken mussten .

Einmal müssen Heleen und Piet sich verstecken, werden jedoch verraten und eingesperrt. Piet überlebt den Krieg. Heleen ging über das Lager Vught zum Frauenauslöschungslager Ravensbrück, wo sie Ende Dezember 1944 starb.

Denkmal zum Gedenken
Auf dem Vrijheidsplein in Winterswijk steht ein Denkmal zu Ehren von Tante Riek und den niederländischen Widerstandskämpfern. Dieses Denkmal wurde am 4. Mai 1955 von Prinzessin Wilhelmina enthüllt.

Die Bronzetafel lautet
: H.Th. Kuipers-Rietberg alias Tante Riek ergriff die Initiative zur Gründung der Nationalen Organisation zur Hilfe für Menschen im Versteck (die L.O.), die sich während der Kriegsjahre 1940–1945 um etwa 300.000 Menschen im Versteck kümmerte und somit viel zur Befreiung unseres Landes beitrug. Heleen Rietberg wurde am 26. Mai 1893 in Winterswijk geboren und starb am 27. Dezember 1944 im Konzentrationslager Ravensbrück.“

Gedenktante Riek

Die weibliche Figur in der Statue symbolisiert Frau Kuipers-Rietberg. Das Reh zeigt die vielen Menschen, die wie gejagte Wildtiere bei ihr einen sicheren Zufluchtsort fanden. Außerdem bezieht es sich auf Psalm 42: „Der keuchende Hirsch, entkam der Jagd.“

Synagoge

Winterswijk verfügt über eine wunderschöne, voll ausgestattete Synagoge, die 1889 erbaut wurde. Die Synagoge zeugt vom reichen jüdischen Leben in Winterswijk. Der gesamte Komplex umfasst eine Synagoge, ein rituelles Badehaus, eine jüdische Schule + Wohnhaus und einen Friedhof; dies war einst das Herz der jüdischen Gemeinde von Winterswijk. Die ersten Juden kamen Mitte des 17. Jahrhunderts nach Winterswijk, die Gemeinde wuchs zu einer der größten im Achterhoek heran.

Während der Führungen, Ausstellungen und Aktivitäten erfahren Besucher mehr über den jüdischen Glauben, jüdische Bräuche und die Geschichte der Gemeinde.

Deutsche und niederländische Schüler können sich unter der Anleitung erfahrener Führer mit der jüdischen Religion, Bräuchen und Traditionen vertraut machen.

Weiterlesen: www.synagogewinterswijk.nl

Synagoge Winterswijk

Freedom Park

Freedom Park mit Denkmälern für unter anderem ‚Tante Riek‘. Gegenüber dem Rathaus befindet sich auch das Denkmal für die Kriegsopfer. Darum herum befindet sich das Denkmal, das an die verhafteten und ermordeten jüdischen Winterswijker erinnert.

Eine wichtige Geschichte ist auch der Verrat an drei Familien aus Winterswijk (21 Personen im Alter von 0 bis 62 Jahren), die monatelang in der Korenburgerveen untertauchten.

Freedom Park Winterswijk

Gradus Kobus

Kobus begann als Mitglied der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei (SDAP), entschied sich jedoch in den 1920er Jahren für den Kommunismus. Er glaubte, dass die Kommunistische Partei stärker den Arbeitern verpflichtet sein würde, insbesondere den Ärmsten unter ihnen.

Ein Grenzgeschäft als Treffpunkt
Wie viele Grenzbewohner hatte Kobus einen kleinen Laden, in dem er deutschen Kunden Produkte verkaufte, die in Deutschland knapp oder teuer waren, wie Kaffee, Schokolade und Tabak. Der Laden wurde auch zu einem Anlaufpunkt für illegale Aktivitäten.

Frühwarnung vor den Nazis
Aufgrund seiner deutschen Kontakte erkannte Kobus bald die Gefahr durch die Nazis. Ab 1933 half er Kommunisten und Sozialisten, die geflohen und in den Niederlanden untergetaucht waren. Dies brachte ihn in Konflikt sowohl mit den niederländischen als auch mit den deutschen Behörden.

Verhaftet, freigelassen und erneut verhaftet
Am 1. März 1941 wurde Kobus auf Anordnung des Sicherheitsdienstes (SD) verhaftet. Nach einem Verhör wurde er noch am selben Tag freigelassen, blieb jedoch weiterhin auf einer Liste von Personen, die später verhaftet wurden.

Deportation nach Neuengamme
Am 25. Juni 1941 wurde Kobus erneut zusammen mit Hunderten anderer Kommunisten verhaftet. Über das Lager Schoorl und das Lager Amersfoort wurde er im Dezember 1941 ins Konzentrationslager Neuengamme deportiert.

Seine letzte Nachricht
Am 22. Februar 1942 starb Kobus in Neuengamme. Wie genau er starb, ist unbekannt. Wenige Tage vor seinem Tod musste er auf Deutsch schreiben: „Ich bin gesund und munter“.

Gradus Kobus
Haus Gradus Kobus

Haus Gradus Kobus