Marinus den Oudsten
14. Juli 1924 – 29. Dezember 1944
Gestorben im Camp Neuengamme bei Hamburg
Marinus den Oudsten
14. Juli 1924 – 29. Dezember 1944
Gestorben im Lager Neuengamme bei Hamburg
Ging untertauchend, wurde aber vom Landwächter
beim Schwimmen festgenommenMarinus den Oudsten (bekannt als Rinus) versteckt sich zusammen mit D.J. Meinen ‚Seins‘ Lintelo 203 (heute Seinsdijk 1). Er ist einer von vielen, die dem verpflichtenden Arbeitseinsatz entgehen. Mehrere Menschen versteckten sich in der Nachbarschaft, die ebenfalls Kontakt miteinander hatten. Rinus schwimmt fast täglich im „Bombaeke“ (dem Slingebeek), der in der Nähe des Hofes fließt, oft allein, manchmal mit anderen aus der Nachbarschaft. Bauer Meinen ist entschieden dagegen, er hält es für viel zu gefährlich. Immer wieder warnt er Rinus, das nicht zu tun.
Eines Tages fährt plötzlich ein Auto auf die Straße und hält auf dem Bauernhof ‚de Goosen‘ (heute Beunkdijk). Zwei Landwächter machen sich auf die Suche nach Menschen im Versteck. Doch dort scheitern sie. Kurz darauf gehen sie in Richtung Slingebeek, wo sie ein Tumult hören. Dort treffen sie auf eine Gruppe junger Männer, die schwimmen. Einer der Landwächter hält die Gruppe mit vorgehaltener Waffe in Schach, während der andere das Auto aufhebt. Plötzlich zerstreut sich die Gruppe und rennt in alle Richtungen. Am Ende ist die Beute eine Person im Versteck, und das ist Rinus. Also geht es doch schief, er wird verhaftet.
Danach hörte niemand mehr von ihm, bis seine Eltern im April 1945 eine Nachricht erhielten, dass er am 29. Dezember 1944 im Lager Neuengamme gestorben sei. ‚Todesursache‘ wird als ‚Enterokolitis‘ (schwere Entzündung des Dünn- und Dickdarms) geführt.
Jan Tolkamp schreibt in seinen Memoiren „Wie man ein Konzentrationslager erlebt und überlebt“ über Weihnachten in Neuengamme:
Weihnachten 1944
Die sogenannte Weihnachten ist eine große Partei in Deutschland. Auch davon würden wir profitieren. Wir mussten nicht arbeiten und am Nachmittag bekamen wir einen Liter Erbsensuppe, so fett wie Speck, statt eines halben Liters Kohlsuppe. Wir verstanden, dass unser Darm das nicht vertragen konnte. Aber du hast Hunger und nimmst jedes Mal ein paar Löffel, sodass es bis zum Abend weg ist. Am zweiten Weihnachtstag bekamen wir Makkaroni, ebenfalls fett. Man versteht schon: In kürzester Zeit wurden Menschen krank, sie bekamen schweren Durchfall und viele starben vor Neujahr…
Vermutlich war Rinus für das ‚Weihnachtsessen‘ in Neuengamme tödlich.
Quellen:
Erna Wevers-Meinen, Enkelin von D.J. Meinen
Fam. Den Oudsten, Groot-Ammers
Theo Stronks: Bauer, Varsseveldsestraatweg
Tom Visser: Person im Untergrund in Wevers Beunkdijk
Jan Tolkamp: „Wie erlebt und überlebt man ein Konzentrationslager?“
Archiv: ©Nationales Versteckmuseum Aalten









