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Fatale Neugier –
Johannes (Jan) van der Zwan

Johannes (Jan) van der Zwan
4. Juni 1931 – 20. Januar 1945
(im Alter von 13 Jahren)
Berkenhove-Friedhof, Grab 369

Zu Beginn des Zweiten Weltkriegs mussten die Familien von Scheveningen auf Befehl der Besatzer evakuieren. Ihre Häuser werden abgerissen. Dort wird die „Atlantikmauer“ errichtet, eine Verteidigungslinie entlang der niederländischen Küste. Am 12. Januar 1943 landete eine Gruppe von fünfhundert Personen aus Scheveningen in Aalten auf der anderen Seite der Niederlande, wo Familien von der Gemeinde verpflichtet waren, ein, zwei oder mehr Personen aufzunehmen. Es handelt sich hauptsächlich um ältere Menschen und Frauen mit Kindern, deren Ehemann und Vater auf See sind. Die Menschen von Scheveningen blieben bis nach der Befreiung in Aalten.

Ein tödlicher Unfall im Haus
Während des Krieges wohnte der dreizehnjährige Jan van der Zwan bei seinem Vater (Witwer) bei der Familie H.A. Onnink im Weiler Barlo, Gemeinde Aalten. Die Töchter Van der Zwan befinden sich im Haus der Familie Luiten, etwas weiter unten am Markerinkdijk. Pater Van der Zwan hat in der nahegelegenen Stadt Bredevoort Arbeit in der Knopffabrik „Dutch Button Works“ gefunden.

Jan hat eine tolle Zeit an seiner Gastadresse, einer netten Familie mit einem Supermarkt zu Hause gegenüber der Grundschule. Dort im Haus haben die Deutschen eine sogenannte „Schreibstube“ eingerichtet, in der ein etwas mürrischer deutscher Soldat arbeitet.

Dieser Deutsche und Jan verstehen sich gut, und Jan sitzt regelmäßig in seinem Büro.
Am 20. Januar 1945 ertönt ein lauter Knall im Haus. Jan scheint den geladenen Revolver des Deutschen genommen zu haben, um ihn genauer zu betrachten. Er erschießt sich versehentlich. Nach dem Schuss kann Jan einfach in die Küche taumeln, wo Mutter Onnink ihn auffängt. Jan stirbt in ihren Armen. Das große Drama hinterlässt einen großen Eindruck bei Frau Onnink, ihrer Familie und den Menschen in der Gegend. Was geschah, wurde nie vergessen.

Pater van der Zwan besuchte die Familie Onnink in Barlo jahrelang bis zu seinem Tod, und dann wurde Jans einfaches Grab immer besucht.

Platzierung des Grabsteins am 1. Mai 2010 in Aalten
Am 1. Mai 2010 findet am Nachmittag eine Zeremonie an zwei neuen Gedenksteinen auf dem Berkenhove-Friedhof statt, organisiert von der Familie Onnink. Ein Stein wird auf das Grab des betagten Scheveningener Ehepaares Van der Toorn-Bruin gelegt, das kurz nach der Befreiung starb und bis dahin namenlos begraben blieb. Der andere schöne Stein wird auf das Grab von Jan van der Zwan gelegt, wo nie ein Stein lag. Anwesend sind die Witwen Hogeweg und Onnink, die damals mit ihrer Familie Scheveningener Evakuierten in ihren Häusern Gastfreundschaft boten. Jan van der Zwans Schwester, Lies van der Zwan aus Venlo, kam ebenfalls nach Aalten, um an der Zeremonie teilzunehmen.
Herman Onnink liest einen Teil der Bruin-Familienbibel, die einst von der Familie Bruin dem National Hiding Museum gestiftet wurde. Die Zeremonie hinterlässt einen großen Eindruck bei den Anwesenden. Beide stilvollen Grabsteine, die ein Bild der Menschen enthalten, wurden von der GUV-Bestattungsorganisation Aalten gestiftet

Quellen:
Dwars door Barlo, Autoren: Aleid Bongen-Luiten und Thea Onnink-Stronks
© Sammlung National Hiding Museum Aalten

Johannes (Jan) van der Zwan

Johannes (Jan) van der Zwan
4. Juni 1932 – 20. Januar 1945
(13 Jahre)
Friedhof Berkenhove, Grab 369