Die letzten Bomben vom 8. Februar 1945 fielen im Dorf
Clarel Susan Smit 3. April 1906 – 6. Juni 1945
Berkenhove Friedhof, Grab Nr. 392
Clarel Susan Smit kam 1933 aus Arnheim nach Aalten, wo er Lehrer an der Chr. MULO (der Breukelaar-Schule) in der Piet Heinstraat war. Die Schule ist nach dem Gründer dieser Schule benannt: Pfarrer Breukelaar, Herr Piet Rhebergen war der erste Direktor.
Als am 8. Februar 1945 ein schwerer Bombenangriff in Dale stattfand, fielen auch einige Splitterbomben an der Ecke Haartsestraat und Wilhelminastraat.
Clarel Smit verlässt das Haus seines Kollegen aus Lente genau in dem Moment, als Bombensplitter ihn treffen. Er wurde so stark an Füßen und Beinen verletzt, dass er wenige Monate später am 6. Juni 1945 an Komplikationen im Notfallkrankenhaus in Harreveld starb. Er hinterlässt seine Frau und sechs Kinder
Auch der Sohn Piet von Lentes Kollege wurde verletzt.
Dick Heinen, der damals in der Wilhelminastraat 2 lebte (während des Krieges hieß sie Willem de Zwijgerstraat), schrieb Folgendes:
Es war Anfang 1944. Ich war also 6 Jahre alt. Piet van Lente und ich spielten mit dem Handkarren.
Piet war der Sohn des Superintendenten Van Lente. Piet war ebenfalls 6 Jahre alt. Piet war an der Reihe, im Wagen zu sitzen, und ich zog den Wagen. Wir hatten den ganzen Krieg vergessen und spielten draußen wie alle 6-Jährigen. Aber es war Krieg, und plötzlich ertönte die Luftalarmsirene. Wir mussten schnell einen sicheren Ort finden. Piet konnte nicht aus dem Wagen herauskommen, weil er zwischen der vorderen und hinteren Stange stand. Ich zog den Wagen hinter die Hecke und ließ mich zu Boden fallen. Piet lag so tief wie möglich im Wagen. Wir waren gerade erst angekommen, als eine Splitterbombe fiel. Als ich nach dem Bombenabwurf seitlich zu Piet blickte, sah ich etwas, das ich für den Rest meines Lebens nicht vergessen habe und vergessen werde. Piet blutete stark. Ihm fehlte ein Auge. Er hatte ein Fragment durch sein linkes Bein bekommen. In seiner Brust war eine tiefe Wunde. Ich stand auf und rannte, um jemanden von seiner Familie abzuholen. Was sollte ein Sechsjähriger mit so einem verletzten Freund anfangen? Meister Smit war zu dieser Zeit bei der Familie Van Lente. Er war Lehrer an derselben Schule wie Piets Vater. Er war der Meinung, dass man draußen bei einem Bombenanschlag sicherer sei als drinnen. Um zum Haus der Van Lentes zu gelangen, musste man eine Treppe hinaufsteigen, und als ich dorthin gerannt kam, lag Meister Smit an dieser Treppe. Er wurde auch von der Splitterbombe getroffen. Neben ihm war sein Fuß, der komplett abgerutscht war. Der Fuß war noch im Schuh. Meister Smit wurde nach Groenlo gebracht und starb wenige Tage später. Ich habe seine Tochter Mechteld vor ein paar Jahren bei einem Klassentreffen kennengelernt. Sie fragte, ob ich ihr diese Geschichte erzählen wolle, weil sie gehört hatte, dass ich dort gewesen sei. Sie hatte ihren Vater kaum gekannt. Zum Glück hat Piet es geschafft. Er bekam ein Glasauge, was es so aussehen ließ, als wäre er ein wenig schielen.
Dick Heinens Aussage, dass Meister Smit nach Groenlo gebracht wurde und wenige Tage später starb, entspricht nicht den tatsächlichen Fakten. Oben ist die Geschichte, wie Dick Heinen sie in seinem Gedächtnis hat.
Quellen:
Memoiren Clarel Suzan Smit Jr. © Archiv Nationalmuseum Aalten
Zeugenbericht Dick Heinen © Archiv National Hiding Museum Aalten
Bilder der Familie Smit © Archiv National Hiding Museum Aalten








