Geert Bos
(Appingedam, 1902)
Mitglied der 1. Kompanie DNB
Als Soldat und Widerstandskämpfer stets sanftmütig und friedfertig
Geert Bos wurde am 25. Februar 1902 als ältester Sohn von Frederik und Gertje Bos-de Vries auf einem Bauernhof in Appingedam geboren. Er schlug die Laufbahn eines Berufssoldaten ein und heiratete 1931 Jeltje Postma. Seine Tochter Anneke und sein Sohn Frederik wurden während der Krisenjahre in De Bilt geboren. Geert Bos kämpfte am Grebbeberg gegen die deutsche Wehrmacht und erlebte anschließend die schwere Bombardierung von Rotterdam. Zu einem bestimmten Zeitpunkt wurde er verhaftet und stand in einer Reihe mit Widerstandskameraden deutschen Soldaten gegenüber, die ihre Gewehre bereits im Anschlag hatten. Ein Offizier zählte an: „Eins… zwei…“. Plötzlich befahl ein ranghoher Offizier: „Halt! Nicht schießen!“. So entging Geert Bos zum dritten Mal dem Schicksal.
In den Jahren 1942 oder 1943 tauchte Geert Bos in Hardenberg unter, wo er unter dem Decknamen „Pietje Verschuur“ am Widerstand teilnahm. Er stand in Kontakt mit Pastor Fredrik Slomp, bekannt als „Frits de Zwerver“. Nach einem Verrat musste Geert alias Piet fliehen. Er fand Zuflucht auf dem Bauernhof von Drikus und Grada ter Maat am Griesdijk in Aalten, wo er fast ständig im Haus blieb. Die Nachbarn Ebbers von gegenüber kannten ihn nur unter dem Namen „Piet“ oder „Piet von Ter Maat“. Sogar seine eigenen Kinder mussten ihn „Piet“ nennen, um Gefahren abzuwenden. Nach dem Krieg erzählte er, wie schwer dies für ihn gewesen war. Sein Schlafplatz war ein kleiner, beengter Raum im Boden eines Kleiderschranks, der jede Nacht mit einer Luke verschlossen wurde, auf die Schuhe gestellt wurden.
Geert kannte die Männer der „Knokploeg“ (Widerstandsgruppe) Aalten und arbeitete mit ihnen zusammen. Gelegentlich gab es Razzien in der Nachbarschaft. Eines Tages musste er das Haus verlassen; er lag stundenlang in einem Graben und atmete unter Wasser durch einen Strohhalm. Während der Kriegszeit vermisste er seine Frau und seine zwei kleinen Kinder sehr. Am 31. März 1945 wurde Aalten befreit. Obwohl er eine Familie hatte, schloss sich Geert Bos dem Dutch National Battalion (DNB) an. Auch andere verdienten die Freiheit, und als Soldat konnte er nun seinen Teil zur Befreiung des restlichen Hollands beitragen. Am 7. Mai 1945 fuhr er in einem kanadischen Jeep durch seine Straße in De Bilt, stieg aus und schloss seine Frau Jeltje in die Arme, während die Kinder erstaunt zusahen.
Geert Bos meldete sich als Mitglied des Dutch National Battalion. Er gehörte der 1. Kompanie unter dem Kommando von Jan Ket an. Die beiden kannten sich aus dem Untergrund in der lokalen Gemeinschaft. Später bat Jan Ket ihn eindringlich, mit der niederländischen Armee nach Niederländisch-Indien zu gehen. Doch Geert lehnte ab und setzte seinen Dienst als Soldat in den Niederlanden fort. Die Freundschaft mit seiner Aaltener Gastfamilie und einigen Widerstandskämpfern aus jener Zeit blieb zeitlebens bestehen. Seine Tochter und sein Enkel beschreiben ihn als einen sehr sanftmütigen und friedliebenden Menschen.
Geert Bos verstarb am 21. Februar 1991.







