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Cornelis Ruizendaal (‚Zwarte Kees‘)

Cornelis (Kees) Ruizendaal (1909–1944), in Widerstandskreisen unter dem Decknamen „Zwarte Kees“ bekannt, bildete das operative Rückgrat des bewaffneten Widerstands in der Region Achterhoek. Als Leiter der Knokploeg Aalten (KP-Aalten) verband er seine Expertise als Soldat und Marechaussee mit der Mission der Landelijke Organisatie voor Hulp aan Onderduikers (LO). Sein Tod im Jahr 1944 war ein schwerer Schlag für den regionalen Widerstand, führte jedoch zu einer Umgruppierung, die den Kampf bis zur Befreiung fortsetzte.

Militärischer Hintergrund und frühe Laufbahn

Kees Ruizendaal wurde am 17. Mai 1909 in Maarssen geboren. Bereits in jungen Jahren trat er in den Dienst der Königlichen Marine, wo er sechs Jahre lang als Matrosenkoch die Weltmeere befuhr. 1930 heiratete er Adriana Lucia de Kam (1907–1989).

Im November 1937 trat er als Koch in den Dienst des Heeres (8. Infanterieregiment) in Arnheim. Im Mai 1940 überlebte er die heftigen Kämpfe gegen die deutschen Besatzer am Grebbeberg, ein Schlachtfeld, auf dem viele seiner Kameraden ihr Leben ließen. Nach der Kapitulation trat er in den Dienst der Polizei Amsterdam als Koch für die Polizeiausbildung. In diesem Gebäude wurden auch NSB-Polizisten ausgebildet; Kees geriet wiederholt mit ihnen aneinander, stieg jedoch dennoch zum Hauptwachtmeister auf. Kurz darauf verließ er Amsterdam für eine Anstellung in Aalten, wo er Gemeindeschutzmann und wenig später Postenkommandant wurde.

Der Übergang in den aktiven Widerstand

Ruizendaal wurde schnell im Widerstand aktiv. Dank seiner Funktion verfügte er über entscheidende Informationen, wodurch er Bürger — insbesondere jüdische Einwohner — rechtzeitig vor drohender Gefahr warnen konnte. Da in Aalten viele Untergetauchte aus dem ganzen Land aufgenommen wurden, half er bei der Suche nach Unterkünften und der Beschaffung falscher Personalausweise und Lebensmittelkarten.

Trotz seiner Position als Postenkommandant trat er Mitte 1943 der Knokploeg Aalten (KP) bei, die damals unter der Leitung von Jan Wikkerink („Ome Jan“) und Willem Wikkerink stand. Nach Verrat musste Ruizendaal seinen Posten verlassen und tauchte im Juli 1943 unter. Obwohl er offiziell als „vermisst“ gemeldet wurde und seine Waffen laut einem Protokoll vom 11. September 1943 hätte abgeben müssen, behielt er diese für den Widerstand zurück. Ab diesem Moment widmete er sich vollständig der KP-Aalten, die unter seiner Leitung in der gesamten Achterhoek aktiv war und mit der KP-Twente zusammenarbeitete.

Kampf für Gerechtigkeit

Gerechtigkeit war sein wichtigster Antrieb. Ruizendaal organisierte und leitete zahlreiche Operationen, darunter Überfälle auf Verteilungsstellen in Eibergen, Borculo und Andelst (geplante Aktionen in Dinxperlo, Neede und Winterswijk scheiterten). „Zwarte Kees“ kannte den Weg in allen Bauerschaften von Aalten und Umgebung fehlerfrei; überall konnte er übernachten oder eine Mahlzeit einnehmen. Während er ständig unterwegs war, blieben seine Frau und vier Kinder in ihrem Haus im Zentrum von Aalten wohnen.

Zu den engsten KP-Mitgliedern Ruizendaals gehörten unter anderem:

  • Jaap Allersma: Ehemaliger Berufsunteroffizier der Artillerie und Zollbeamter in Aalten.
  • Jan Ket: Ehemaliger Marinesoldat und Zollbeamter in Aalten.
  • Feitze de Vries (Alias „Gerrit“): Ehemaliger Marinesoldat und Zollbeamter in Aalten.
  • Gerrit Wiechert Kleisen (Alias „Walter“/„Gijs“): Unteroffizier der Infanterie und Zollbeamter.

Er arbeitete auch mit den Aaltenern Herman Lichtenberg und Gerrit Klein Entink (Alias „Willie“) zusammen.

Fatales Feuergefecht in Doesburg

Der ständige Bedarf an Waffen führte am 20. April 1944 zu einem tragischen Ereignis. Der Infiltrant und Verräter Willy Markus wusste das Vertrauen der Widerstandsgruppe zu gewinnen und lockte sie in Zusammenarbeit mit den Besatzern in einen Hinterhalt in Doesburg. Während einer missglückten Waffenübergabe entstand ein Feuergefecht mit der SS. Ruizendaal versteckte sich in einem Hinterhof in einem Kaninchenstall, wo er schließlich getötet wurde.

Obwohl die Ausschaltung Ruizendaals ein schwerer Schlag für die KP-Aalten war, fand „Ome Jan“ Wikkerink schnell Nachfolger. Er fand Gijs van Haaften und Dick Kleisen sowie einige neue Untergetauchte, die bereit waren, das Kommando zu übernehmen.

Gedenken

Am 4. Oktober 1947 wurde Kees Ruizendaal mit militärischen Ehren auf dem Friedhof Berkenhove in Aalten beigesetzt. Er war ein Mann von großem Mut und tiefem Gerechtigkeitssinn; sein Einsatz für andere kostete ihn letztlich das Leben. Ende der 1980er Jahre wurde am Markt in Aalten, neben der Oude Helenakerk, ein Gedenkstein für die Gefallenen des organisierten Widerstands errichtet. Einer der sieben Namen auf diesem Denkmal ist der von Cornelis Ruizendaal.

Quellen

  • Informationen Kollektion Nationaal Onderduikmuseum
  • Westmeijer, P. (2021): Zwarte Kees, partizaan in de Achterhoek.
  • Derksen, S.C. (1982): Op de drempel van de vrijheid.
Cornelis Ruizendaal (Zwarte Kees) - KP Aalten

Cornelis Ruizendaal (Zwarte Kees), Leiter der Knokploeg Aalten

Zwarte Kees, partizaan in de Achterhoek | Autor: Paul Westmeijer

Zwarte Kees, partizaan in de Achterhoek | Autor: Paul Westmeijer