Frank Dell
In der Nacht vom 14. auf den 15. Oktober 1944 stürzte der britische Mosquito-Bomber des RAF-Piloten Frank Dell bei Münster ab. Frank wanderte tagelang und gelangte über Winterswijk und IJzerlo nach Lintelo zu Jan Ket, dem örtlichen Widerstandsführer. Er schlief über einem furchtbar stinkenden Ziegenstall, was laut Franks Memoiren jedoch potenzielle Deutsche abschreckte. Kurze Zeit später zog er zur Familie Prinzen auf den Hof „Somsenhuus“ in IJzerlo um, wo bald darauf sieben Flieger an dieser Adresse untergetaucht waren.
Der 21-jährige Frank wurde zum natürlichen Anführer der Gruppe. Sie beteiligten sich an Widerstandsaktivitäten auf „De Bark“, einem unbewohnten Bauernhof in De Heurne, der ab November 1944 als Stützpunkt der kombinierten Knokploeg (LKP) Varsseveld/Aalten diente. Es war eine eingeschworene Gruppe von 25 bis 30 jungen Männern unterschiedlichster Herkunft, die dort zusammenkam und trainierte. Frank half bei den Waffenabwürfen in De Wolboom.
Als am 26. Februar 1945 deutsche Soldaten den Bauernhof kurz besuchten, beschloss die Gruppe, sie zu liquidieren. Ein Unfall wurde inszeniert, doch die Explosion und der Brand gelangen nur teilweise. Die Deutschen erkannten sofort, was geschehen war, und ihre Vergeltungsmaßnahmen waren schrecklich. Am 2. März 1945 wurden 46 Männer aus den ganzen Niederlanden am Rademakersbroek bei Varsseveld in der Achterhoek füsiliert.
Die Untergetauchten blieben bis zur Befreiung auf Somsenhuus, selbst als dort eine große Anzahl deutscher Soldaten einquartiert war. In seinem 2014 erschienenen Buch „Mosquito Down“ schreibt Frank Dell ausführlich über die fatalen Ereignisse, die sich in seiner Umgebung und auf De Bark abspielten.
Frank Dell verstarb am 30. Mai 2022 im Alter von 98 Jahren.






