In Memoriam | Joop Levy
„Ein Held ist jemand, der sein Leben riskiert, ohne dafür etwas zu verlangen.“

Joop Levy
Ritter des Oranien-Nassau-Ordens
Ehemaliger Vorsitzender von Yad Vashem Niederlande
21.10.1935 Wisch (Varsseveld) – 23.12.2025 Amsterdam
Joop Levy erzählte mit unerschütterlicher Hingabe von den Jahren selbstloser Hilfe für seine Familie im Versteck während des Zweiten Weltkriegs. Er zog es vor, das im Klassenzimmer zu machen. Immer fröhlich und bescheiden, und die Aufmerksamkeit für diejenigen, die den Mut hatten, anderen unter Lebensgefahr zu helfen. Joop Levy sagte immer, er sei ‚ein sehr glücklicher Kerl‘ und fügte hinzu: „Ein Held ist jemand, der sein Leben riskiert, ohne um etwas zu bitten.“
Verstecken während des Zweiten Weltkriegs
Ab September 1942 tauchten Joop Levy zusammen mit seinen Eltern Philip und Elwine Levy-Meyer bei der Familie Ebbers in Lintelo unter. An seinem achten Geburtstag im Oktober 1943 erhielt Joop eine große Überraschung: Ein Kurier der Résistance brachte ihm ein wunderschönes hölzernes Spielzeugflugzeug. Er wurde von seinem Cousin Jonny Levy und dem russischen Piloten Alex Sidorov gedreht, die sich bei der Familie Geurink in Lichtenvoorde versteckten. Sie haben das Flugzeug aus einem alten Toilettensitz gebaut. Drei Wochen vor der Befreiung gab es eine gefährliche Lage: 70 deutsche Soldaten blieben zwei Wochen auf dem Hof. Nachts schliefen sie über dem Versteck. Es endete gut. Ein Jahr nach der Befreiung fand in Varsseveld eine Befreiungsparade statt. Joop ging als Pilot verkleidet, das Flugzeug stolz unter dem Arm. Er erhielt keinen Preis, aber sein Vergnügen war nicht geringer.
Übergabe an das National Hiding Museum
Nach Jahren des ‚Sightseeing-Flugs‘ durch verschiedene Museen im Land landete Joop Levys Flugzeug schließlich 2016 im National Hiding Museum. In Anwesenheit von Joop Levy und den Nachkommen von Jonny sowie der Familie Geurink aus Lichtenvoorde wurde das Flugzeug offiziell an das Museum übergeben. Er nimmt einen prominenten Platz im Museum als Kernobjekt der Sammlung ein.
Thinkbook Nationalkomitee 4. und 5. Mai
Im Frühjahr 2025 kam die Klasse zu ihm. Am 5. März wurde ihm dann das Denkboek des Nationalkomitees überreicht. Schon damals sprach Joop über sein Verstecken mit Schülern der Gruppe 8B der öffentlichen Grundschule Piet Hein aus Amstelveen. Joop Levy: „Bis vor etwa drei Jahren bin ich zu den Schulen gegangen, um meine Geschichte zu erzählen, von Kampen bis Zierikzee. Ich glaube, ich habe mehr als 100 Gastvorträge gehalten. Das ist jetzt wegen meiner gesundheitlichen Probleme nicht mehr möglich. Deshalb finde ich es etwas ganz Besonderes, dass heute eine Schulklasse mich besucht!“

Joop lebt mit seinem Vater und seiner Mutter Philip Levy und Elwine Meijer nach der Befreiung und den Jahren des Untertauchens bei der Familie Ebbers in Lintelo, wo sie den Krieg überlebten. Foto: pr National Hiding Museum

Das hölzerne Spielzeugflugzeug, das Joop 1943 zu seinem8. Geburtstag bekam, während er sich bei der Familie Ebbers versteckte. Es wurde aus einem alten hölzernen Toilettensitz von seinem Cousin Jonny Levy und dem russischen Piloten Alex Sidorov gefertigt, die beide bei der Familie Geurink in Lichtenvoorde versteckt waren. Es war ein Bomber, wie Joop ihn von seinem Versteck über dem Pferdestall gehört hatte. Foto: pr National Hiding Museum

Spielzeugflugzeug übertragen am 23. März 2016
Von links nach rechts: Soraya Levy, Tochter von Jonny Levy, Lini Rooimans-Geurink, Joop Levy, Johanna Geurink (Töchter der Familie Geurink im Untergrund) Gerda Brethouwer, Direktorin des Nationalmuseums des Verstecks. Foto: pr National Hiding Museum

Am 5. März 2025 kam die Klasse zu ihm zur Veränderung, als ihm das Denkboek Nationalkomitee 4. und 5. Mai in Anwesenheit der Gruppe 8B OBS Piet Hein vorgestellt wurde. Foto Amerens Hedwich Nationalkomitee am 4. und 5. Mai.






