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Siert Allersma

(Uithuizermeeden, 1924)

Mitglied der 1. Kompanie DNB

Zwei Groninger Brüder in Aalten, die den Deutschen das Leben schwer machten

Siert Allersma wurde am 10. Oktober 1924 in Uithuizermeeden (Groningen) als Sohn von Willem Allersma (Landarbeiter) und Stientje Knol geboren. Sein ältester Bruder war Jaap (1917), und ihre Lebenswege waren in ihren jungen Jahren eng miteinander verflochten. Beide wurden Finanzbeamte, arbeiteten beim Zoll und machten Karriere. Bruder Jaap erlebte als Soldat den Einfall der Deutschen und beschloss nach der Kapitulation, den Deutschen so weit wie möglich entgegenzuwirken. 1940 erhielt er eine Regierungsstelle beim Zoll in Aalten; seine Gruppe bestand aus ehemaligen Militärangehörigen. Im Juli 1942 heiratete er Trijn; sie wohnten in der Koopmanstraat 66, wo Anfang Februar 1943 ihr Sohn Henk geboren wurde.

Siert erhält in Groningen den Aufruf zum deutschen Arbeitsdienst. Er beschließt, in Aalten unterzutauchen und kommt bei der Familie Oldenhave an der Lichtenvoordsestraatweg unter. Hier ist auch die jüdische Familie De Haas untergetaucht. Mehrmals gelingt ihm bei einer Razzia die Flucht. Siert rutscht wie von selbst in den Widerstand. Als er gefragt wird, Mitglied der Inneren Streitkräfte und des DNB zu werden, ist er dabei. Für ihn spielt vor allem eine Rolle, dass sein Bruder Jaap – der zum harten Kern der Kampfgruppe Aalten gehört – zu diesem Zeitpunkt im Lager Mühlheim inhaftiert ist.

Zusammen mit dem Widerstandskämpfer (Drogist) Herman Ligtenberg aus Aalten war Jaap im März 1944 in Groningen vom Sicherheitsdienst verhaftet worden. Im April 1945 wurde Jaap von den Russen befreit, woraufhin er nach Aalten zurückkehrte. Siert zog zu diesem Zeitpunkt mit dem DNB und der kanadischen Armee mit, um die Niederlande zu befreien. Kurz darauf verpflichtete er sich weiter und leistete Dienst beim Minenräumdienst.

Ab Juli 1946 arbeitete Siert als Zollbeamter in Aalten, wo auch Bruder Jaap tätig war (der kurz zuvor Leiter des Büros in Heurne geworden war). Jaap zog mit seiner Familie nach Rotterdam, und Siert lernte Dien Ebbers aus der Aaltener Heurne kennen (1928–2006). Sie heirateten 1952 und zogen dann nach Lobith-Tolkamer. Seine Arbeit bestand laut eigener Aussage gegenüber seinen Schwägerinnen „vor allem daraus, Schiffe abzufertigen“. Das Paar bekam fünf Kinder und zog nach Zutphen um. Hier arbeitete Siert bis Juni 1985 als Zollinspektor, insbesondere im Bereich des Imports und Exports von alkoholischen Getränken. In seiner Freizeit half er anderen bei Hausumbauten und beteiligte sich am Bau einer Zutphener Fußballkantine.

Siert verstarp am 5. August 2016 in Zutphen. Er und seine Frau sind in Aalten begraben.

Siert Allersma

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