Ausstellung MailArt Donata von Klaus Cordes
Vom 11. Januar bis zum 29. März präsentiert das Nationaal Onderduikmuseum eine besondere Ausstellung des Bocholter Künstlers Klaus Cordes. Mit seiner Serie „Donata“ erweist er Donata Helmrich, die während des Zweiten Weltkriegs zahlreichen jüdischen Verfolgten das Leben rettete, mittels Mail-Art eine künstlerische Hommage.
„Lieber tote als feige Eltern“
Donata Helmrich (1900-1986) wurde von Yad Vashem als „Gerechte unter den Völkern“ geehrt. Trotz der Gefahr für ihre vierköpfige Familie versteckte sie jüdische Frauen im Bunker ihres Hauses und half ihnen mit gefälschten Papieren oder Arbeitsplätzen. Ihre Unbeugsamkeit wird durch das Motto auf ihrem Gedenkstein in Berlin treffend zusammengefasst: „Besser unsere Kinder haben tote Eltern als feige Eltern.“ Nach dem Krieg blieb sie gesellschaftlich engagiert und arbeitete unter anderem als Dolmetscherin für die deutschen Bundeskanzler Adenauer und Schröder.
Mail-Art: Geschichte in einem neuen Licht
Der Künstler Klaus Cordes aus Bocholt hat die Geschichte von Donata Helmrich in eine Serie von etwa 50 Kunstwerken übersetzt. Dabei nutzt er die Technik der „Mail-Art“: Collagen, bei denen die offizielle Porträtbriefmarke der Deutschen Post mit fotografischen Hintergründen kombiniert wird. Die Ausstellung leistet mehr als nur eine historische Dokumentation. Sie bringt uns die Person Donata Helmrich näher und schlägt eine Brücke zur Aktualität. Die selbstlose und gefährliche Hilfe für Opfer von Unrecht ist laut Cordes auch in der heutigen Zeit ein notwendiges Vorbild..
Über den Künstler
Klaus Cordes fertigt seit dreißig Jahren Mail-Art-Collagen als Illustrationen zu Texten an. Insgesamt produzierte er rund 3.000 Blätter, darunter Serien über Größen wie Mozart, Goethe, Kafka und Martin Luther (die zuvor in der Koppelkerk in Bredevoort zu sehen waren). Cordes stellte bereits in Städten wie Münster, Bremen und Weimar aus. Mit der Serie „Donata“ kehrt er in die Grenzregion zurück, um eine Geschichte von Mut und Menschlichkeit zu erzählen.
„Am Sonntag, dem 18. Januar, wird die Ausstellung für geladene Gäste offiziell eröffnet, sie kann jedoch ab sofort besucht werden.“

Klaus Cordes | Foto: Sven Betz – BBV







