KLAUS CORDES – FUKUSHIMA

Collages einer Katastrophe

21. Oktober 2017 – 21. Januar 2018

Allzu gern verdrängt die Welt die unabsehbaren Folgen der Atomkatastrophe von Fukushima vor mehr als sechs Jahren: Verstrahlte Landstriche. Immer noch 100.000 Evakuierte, Krebserkrankungen, ökologische Langzeitschäden. Und noch immer hat man die Brennstäbe nicht gefunden. Die Verstrahlung ist nach wie vor nicht aufzuhalten.

Klaus Cordes reagierte schon in den Wochen nach dem fatalen 11. März 2011 mit einer Serie von Collagen, in denen er Idylle und Entsetzen, Schönheit und Hilflosigkeit, die heile Welt und den Ausnahmezustand miteinander verband: In Farbholzschnitte aus dem 19. Jahrhundert, zum Beispiel von Hokusai oder Hiroshige, integrierte er Ausschnitte erster Fotodokumente von Flüchtlingen und Evakuierten, von Rettungskräften, von der Reaktorruine, von Symbolen der Radioaktivität. Es ging ihm darum, die unsichtbare und zerstörende Strahlengefahr in verstörender Form sichtbar zu machen. Jedoch nicht plakativ, sondern als diskreter Chronist.

Neben seinen Mail-Art-Illustrationen auf der Grundlage von Porträt-Briefmarken fertigt Klaus Cordes seit Jahrzehnten Collagen zu politisch-gesellschaftlichen Themen an, diesseits von digitaler Bildbearbeitung. Ehrliches Handwerk, mit Schere und Klebestift.

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Foto: Thea Schipper