Das Haus Markt 12: Eine kurze Tour

Das Haus, ein Reichsdenkmal, ist in der Atmosphäre der Zeit 1940-45 eingerichtet. Der originale Platz zum Untertauchen und der Schutzkeller sind beide noch zugänglich. Markt 12 gibt wieder, wie Menschen in den Niederlanden und in Deutschland die Kriegsjahre erlebten und wie sie in ihrem persönlichen Leben auf die Besetzung reagierten. Das Museum will simple Antworten in einer komplexen Geschichte vermeiden. Obwohl wir uns auf die Geschichten von Aalten und die Gesellschaft in der Grenzregion in der Periode 40-45 konzentrieren, ist die Tragweite und die Zielgruppe breiter. Markt 12 lässt sehen, dass jede Situation Menschen danach fragt, Entscheidungen zu treffen, unabhängig davon, aus welchem Land sie kommen oder welchen Glauben sie haben. Der historische Gesichtspunkt wird in Richtung Gegenwart und Zukunft aktualisiert.

Flur

Während des Krieges mussten Menschen Entscheidungen treffen. Juden hatten nicht viel zu entscheiden: Sie tauchten unter, wurden festgenommen oder wurden deportiert. Wenn man Anhänger der Nationalsozialisten war, konnte man Mitglied der NSB werden; Kinder konnten beim ‘Jeugdstorm’ Mitglied werden. Auch wenn man sich für den Widerstand gegen die Deutschen entschied, musste man eigene Grenzen setzen. Schwarzhändler versuchten durch Wucherpreise an der Knappheit zu verdienen.

Ortskommandantur

Die Bewohner von Markt 12, eine Familie mit Kindern, mussten während des Kriegs ihren Wohnraum gezwungenermaßen teilen, denn das große Wohnzimmer wurde von den Deutschen requiriert und als Ortskommandantur gebraucht. In diesem Raum geht es über bürokratische Organisation und die Folgen davon für die Bevölkerung. Maßnahmen der Besatzer sowie die Erzählungen von Einzelpersonen werden beleuchtet.

Zimmer im Halbgeschoss

Die Deutsche bauten eine Verteidigungslinie entlang der Käste, um einer Invasion vorzubeugen: den Atlantikwall. Für den Bau mussten unter anderem Bewohner Scheveningens evakuiert werden. Etwa 500 Scheveninger wurden in Aalten untergebracht.

Küche

Während des Krieges war es eine Ganztagsbeschäftigung, etwas zu essen zu besorgen. Man musste gut aufpassen, ob die Marken, die man hatte, noch gültig waren. Manche Produkte konnte man nicht mehr bekommen; dafür gab es Ersatzprodukte auf dem Markt. Im Hungerwinter 1944-1945 kamen die Menschen sogar aus Haarlem, um in Aalten Nahrung zu holen.

Keller

Die Bewohner der Nachbarschaft saßen hier während des Luftalarms. So nahe an der Grenze gab es viele Bombenwerfer, die auf dem Weg nach Deutschland waren. Manchmal ließen sie eine Bombe zu früh fallen. Es war also ziemlich gefährlich in Aalten.

Abstellraum

Thema dieses Raumes ist die Propaganda. Sowohl die Deutschen, als auch die Alliierten benutzten Poster und Flugblätter, um Menschen anderer Meinung zu überzeugen.

Dachboden

Auf dem Dachboden passiert allerhand. Hier gibt es eine illegale Druckerei, ein Versteck und viele Geschichten über den Widerstand und das Untertauchen. Auch die eigene Geschichte, oder die der Eltern oder Großeltern kann man hier erzählen.

Vorderzimmer

Das normale Leben ging einfach weiter. Im Haus wohnte auch eine Familie mit Kindern. Der Vater musste für die Deutschen arbeiten und die Kinder gingen, soweit möglich, zur Schule.

Zwischenzimmer

Thema ist hier der Arbeitseinsatz. Niederländische Männer mussten für die Deutschen arbeiten. Außerdem kann man sehen, wie schwer es war, im Krieg Elektrizität zu bekommen.