Temporäre Ausstellungen

Temporäre Ausstellung ‘Kind der Freiheit‘

‘KIND DER FREIHEIT’

In der Ausstellung ‘Kind der Freiheit’, die bis zum 24. Oktober 2021 läuft, werden persönliche Erlebnisse von Kindern aus der Provinz Gelderland und aus der deutschen Grenzregion von damals verbunden mit Geschichten von jetzt. Diese Kinder haben gelernt, dass Freiheit nicht selbstverständlich ist und möchten anderen davon erzählen. Geschichten von vor 75 Jahren werden mit Nachkriegsgeschichten kombiniert. So werden damals und heute miteinander verbunden, damit die Menschen über den Wert der Freiheit und unserer Demokratie diskutieren können.

Die Ausstellung ist Teil des grenzüberschreitenden Regionalprogramms Gelderland gedenkt zu dem auch die Zentralausstellung gehört. Der mobile Teil, die ‘Wanderausstellung‘, ist in allen teilnehmenden niederländischen und deutschen Gemeinden in der Grenzregion zu sehen.

Die Ausstellung ‘Kind der Freiheit’ umfasst drei Themen: „Wo bin ich zu Hause”, “Narben bleiben” und “Ich und der andere” mit insgesamt neun Hauptpersonen aus Gelderland und Deutschland, die über die Bedeutung der Freiheit erzählen und wie sie sie weitergeben.

WO BIN ICH ZU HAUSE?

In der Sparte ‘Wo bin ich zu Hause’ erzählt Joseph Tetelepta (1948) seine Geschichte. Er kommt als Sohn eines molukkischen Angehörigen der niederländischen Ostindien-Armee (KNIL) nach dem blutigen Unabhängigkeitskrieg in Indonesien, vormals Niederländisch-Indien, 1951 mit seinen Eltern in die Niederlande. Rudi Ostermann (1940), wurde als Kind gemeinsam mit seinen Eltern und Schwestern nach der Befreiung aus den Niederlanden vertrieben, einzig und allein wegen ihrer deutschen Nationalität. Ate Meijer (2003) wuchs im Frieden auf, machte zusammen mit ihren Eltern zwei Weltreisen und erkannte, dass Freiheit in anderen Weltteilen anders empfunden wird.

NARBEN BLEIBEN

In der zweiten Sparte ‘Narben bleiben’ erzählt Dik de Boef (1940) seine Geschichte. Er überlebte als kleiner Junge die Bombardierung Arnheims und war stundenlang unter Trümmern verschüttet, bevor er gerettet wurde. Hubert Meenen (1936), Sohn eines gefallenen Frontsoldaten, erlebte, dass sein Wohnort Emmerich zu 92% durch Bomben zerstört wurde. Ghassan Aleleiwi (2007) aus Dinxperlo erlebte bewusst die Flucht seiner wohlhabenden Familie aus dem vom Krieg heimgesuchten Syrien. Bei ihrer ereignisreichen Flucht im Boot über das Mittelmeer mussten sie alles zurücklassen.

ICH UND DER ANDERE

Das dritte Thema heißt ‘Ich und der andere’. Hierin erzählt der Jude Sallo van Gelder (1937) aus Aalten von seiner Rettung durch eine als Nonne verkleidete Widerstandskämpferin, als er als kleiner Junge nach Westerbork deportiert werden sollte. Ruth Humberg (1938) berichtet von ihrer jüdischen Familie, die gut integriert in die Gesellschaft im deutschen Dorf Dingden lebt bis die Reichskristallnacht dies abrupt beendet und die Familie fliehen muss. Monique B. (1965) aus Rotterdam wird als Schulkind als “Mof” beschimpft, weil sie deutsche Großeltern hat. Es berührte sie in ihrem tiefsten Herzensgrund und machte ihr die oberflächliche Beurteilung von richtig und falsch, Nationalität und Identität bewusst.

Die Zentralausstellung kann man im Untertauchermuseum (Nationaal Onderduikmuseum) in Aalten besuchen, wo auch noch lokale Geschichten zugefügt wurden. Die Künstler Maron Hilverda, Dienke Groenhout und Karel Kindermans geben den Themen zusätzlich Tiefe und verbinden so die persönlichen Geschichten in dieser Ausstellung.